Meine Füße führen ein seltsames Eigenleben. Oft, wenn ich zuhause auf der Couch bin, fangen sie an sich zu verselbständigen, als wollen sie davon laufen. Ich hatte derartige Visionen als Kind auch schon.
Man durchläuft ja so verschieden Phasen in der Kindheit, wenn man sich mit dem Tod beschäftigt. Ich glaube mit 5 oder 6 Jahren bekam ich das erste Mal Angst vor dem Tod und ich stellte mir vor, ich würde laufen und laufen und laufen, bis ich ihm weggelaufen wäre. Das geht natürlich nicht. Heute bin ich etwas gelassener und wünsche mir nur, wenn schon, dann schon einen schnellen, schmerzfreien Abgang.
Meine Füße wollen wohl diesem Albtraum, in dem mich Psycho hält, weglaufen.
So matt wie ich die letzten Male beim Wandern gewesen bin, so munter war ich Heute. Es war kühler und irgendwie ging es mir gut und ich konnte locker mit meinen Füßen schritthalten.
Das ist, du wirst es nicht glauben, nicht immer der Fall. In den letzten Tagen hatte ich eher das Gefühl, ich kann kaum Schritt halten. Ich ermahne mich dann immer zur Mäßigung : He, Alte, du kannst ganz entspannt und langsam laufen... ! Nö, sagen dann meine Füße, kommt nicht in die Tüte, wir haben unser Tempo und da bestehen wir drauf. Und so kommt es, dass meine Füße immer voran gehen und der Rest von mir versucht mitzuhalten.
Gestern habe ich den Rest des kleinen Berges, soweit er begehbar war, erkundet. Es ging ganz schön steil hinauf und ich wollte meine Füße disziplinieren, ein wenig langsamer zu laufen. Aber sie sagten mir unmissverständlich, dass es ihnen wurscht ist, ob ich einen Herzkasper bekomme oder nicht. So ein Mist !
Gottseidank waren noch ein paar Schilder am Rande, die sogar lesenswert waren. Beim Lesen konnte ich dann mein Herz pochen hören bis zum Hals. Nebenbei erfuhr ich, dass ich auf einer Platte wohne, die zwischen Frankreich und Deutschland liegt. Dass die Wissenschaftler mal wieder nicht einig sind, ob eines Tages ein Ozean zwischen beiden Ländern liegt, oder nicht. Jedenfalls entfernen sie sich um 0,006...Millimeter voneinander.
Diese Gegend ist erdbebengefährdet. Wobei hier bestimmt schon ewig kein Erdbeben zu verzeichnen war, wohl eher im Saarland. Allerdings weist der Boden an verschiedenen Stellen merkwürdige Risse auf. Aber nur der Boden. Vielleicht kommt das ja auch vom früheren Bergbau in der Gegend.
Heute hat mir das Drosselchen mal wieder ein Ständchen gebracht und ich glaube auch Mützlein gehört zu haben. Dieses kleine, verrückte Kerlchen mit dem frechen Hut. Dann ist er doch nicht fort gewesen. So früh ist doch noch kein Sänger zurück. Glöckchen kommt meistens Mitte März und ist der erste. Ich sehe mein Mützlein (Mönchsgrasmücke) seltsamerweise auch nur, wenn es singt, solange Frühling ist. Sobald der Gesang verstummt, sehe ich es auch im Sommer schon nicht mehr. Es scheint sich wohl nicht hübsch genug zu finden. Dabei ist es so süß.
Heute hat mein Freund Uri in seiner Kolumne geschrieben, er wünsche sich, dass die Truppen in Syrien einmarschieren. Ich wünsche mir das nicht. Es stört ihn, wenn 300 Kilometer entfernt so Grausames geschieht. Ich finde das auch schlimm, aber wäre nicht ein hilfreicher Anfang ein Auffanglager für die Zivilisten bereitzustellen wie im Kosovo ? Das Veto der Russen wird damit begründet, dass es auch Rebellen und nicht nur friedliche Demonstranten in Syrien gibt. Was nur ab und an in den offiziellen Medien durchsickert. So hörte man, dass die Russen Assad besucht haben und sich von seinen Anhängern feiern ließen. Erst am nächsten Tag, als sie wieder abreisten sprach man von Vermiittlungsveruchen seitens der Russen zwischen den Rebellen und Assad. Und darum geht es den Russen.
Es könnte sich wieder um einen Bürgerkrieg handeln. Aber wenn die Nato wieder einmarschiert, was sie nicht tun wird, denn das Ölvorkommen dort ist nicht groß genug, anders als im Iran, dann lieber Uri, werden sie wieder ihre uranverseuchten Waffen anwenden und ganze Generationen mit Krebs und Verstümmelung überziehen wie im Irak und Libyen und es wird noch viel mehr Tote geben.
Hilfe würde doch anfangen, den Zivilisten Fluchtmöglichkeiten zu bieten, bis sich die Kämpfer fertig bekämpft haben.
Aber in Wirklichkeit ist doch nur der Iran interessant. Obama hat die Anerkennung Palästinas verhindert, bis sich das Problem sicher von allein wegbaut und dafür übernimmt Netanjahu die A...karte für den Überfall auf den Iran.
sachmed - 5. Mrz, 16:54